Russischer Sabotage-Verdacht bei Paketbrand in Leipzig

RMAG news

Im Juli gab es einen Brandanschlag auf das DHL-Luftfrachtzentrum in Leipzig. Nur eine Verspätung verhinderte damals eine Katastrophe, sagen Ermittler jetzt. Im Juli war auf einem Flugplatz der DHL in Leipzig ein Paket in Brand geraten. Das Feuer griff damals auch auf andere Pakete im Frachtcontainer um sich. Nun liegen dem “Tagesspiegel” neue Erkenntnisse vor, dass nur durch einen Zufall Schlimmeres verhindert wurde. Demnach ereignete sich der Brand, als das Paket gerade in ein Flugzeug verladen werden sollte. Da das Flugzeug Verspätung hatte, liegt der Verdacht nahe, dass die Täter es auf einen Brand während des Fluges abgesehen hatten. Ausgelöst wurde der Brand durch einen sich selbst entzündenden Brandsatz in einer Expresslieferung. Auch in anderen europäischen Ländern kam es in der Vergangenheit zu ähnlichen Vorkommnissen. Untersucht wird in dem Zusammenhang auch ein mutmaßlicher Brandanschlag auf den Rüstungszulieferer Diehl im Mai in Berlin . Dem “Tagesspiegel” zufolge könnte der Vorfall in Leipzig somit Teil einer Anschlagsserie sein, hinter der westliche Geheimdienste von Russland gesteuerte Saboteure vermuten. Weitere Brandsätze entdeckt Insgesamt sollen vier Sendungen mit Brandsätzen entdeckt worden sein. Das Paket, welches in Leipzig in Brand geriet und mindestens ein weiteres mit einem Brandsatz versehenes Paket wurden in Litauen aufgegeben und befanden sich auf dem Weg nach Großbritannien . Die Brandsätze sollten sich den bisherigen Erkenntnissen zufolge nicht beim Empfänger, sondern auf dem Transportweg entzünden. In Litauen wurde bereits ein Tatverdächtiger festgenommen. In Warschau und London kam es im Frühjahr zu ähnlichen Bränden, hinter denen die Behörden den Einsatz sogenannter “Low-Level-Agents” vermuten. Dies passt zur Vorgehensweise der russischen Geheimdienste, die “zunehmend junge, russischsprachige, ideologisch pro-russische und ungeschulte” Personen über den Messengerdienst Telegram anwerben. Nach Erkenntnissen westlicher Sicherheitsdienste verdienen die Beteiligten durch einfache Sabotage-Tätigkeiten schnell zusätzliches Geld. Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen zu dem Vorfall in Leipzig übernommen. Laut einer Sprecherin wird wegen des Verdachts der “versuchten schweren Brandstiftung” ermittelt. Da der Generalbundesanwalt nur bei Verdacht auf eine Gefährdung des Staates und einer “besonderen Bedeutung” der Tat einschreitet, zeigt dies, wie ernst die Behörden den Vorfall nehmen. Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums spricht zudem von einem “erhöhtem Hinweisaufkommen auf mögliche (geplante) Sabotagehandlungen.” Zu dem Vorfall mit dem Paket in Leipzig will sich das Innenministerium bislang aber nicht äußern. Auch zum Brand beim Rüstungsunternehmen Diehl in Berlin wollte sich die Sprecherin nicht äußern. In beiden Fällen verweist die Bundesregierung auf laufende Ermittlungen.

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